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TAG THAT: EINE SUCHMASCHINE

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Das Prinzip einer Web 2.0 Suchmaschine
Mithilfe von Editierbarkeit und einer Gemeinschaft eine Suchmaschine schaffen die wie ein soziales Netzwerk funktioniert

Wie kann so etwas heißen?

Der Suchdienst muss einen Namen haben, der einfach zu merken ist. Außerdem ist es sinnvoll, eine eventuelle Referenz bei den Usern zu dem Begriff etabliert zu haben. Über weitere Begriffe wie taggster, taggit, taggle, tagmeornot kam ich schließlich zu tagthat. Tagthat hat zum einen den Vorteil, dass es ein Äquivalent besitzt durch die in den Anfängen der 90ern bekannten Band Take That. So ist der Name tagthat den potentiellen Nutzern schon im Vorfeld ein Begriff. Dabei bezieht sich die Zusammenziehung aus tag und that zum einen auf den schon eingangs Beschriebenen Begriff des tags  (also ein Deskriptor) sowie einem zweiten Gegenstand (der Internetseite). Der appellative  Charakter des Namens, etwas zu Taggen (was die User für den Erhalt des Dienstes ständig tun sollen) verschärft spielerisch das Wesentliche: sich zu partizipieren, sich zu beteiligen, tagthat wachsen zu lassen.

Wie sieht tagthat aus?

Schließlich wählte ich ein Bild aus dem Tierreich, welches einerseits den subversiven Charakter pointiert wiedergibt, zum anderen sich einer recht rohen Bildsprache bedient. Ich wählte als Bildmarke einen Hund, der sein Bein zum urinieren hebt. Der Hund markiert (tagged) damit sein Territorium – andere Hunde können derartige Marken regelrecht lesen. Die Darstellung des Hundes ist scherenschnittartig, ich habe ihn als rein schwarze Fläche konstruiert.

Die Internetseite:

Wenn man sich die momentane Ästhetik im Internet betrachtet, gibt es deutlich Gemeinsamkeiten in verschiedenen Punkten:

1.    Glossy / Jelly Buttons
2.    Polished Text
3.    Wet floor effect

Diese Elemente sehen zusammen circa so aus:

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Wenn man sich die inhaltlichen Innovation des so genannten Web 2.0 anschaut, wirkt das visuelle Erscheinungsbild am Anfang interessant, die Abnutzung erfolgt recht schnell und nach Übersättigung erscheinen die meisten Internetseiten nur noch recht profan. Im Vergleich zu einer Zeit, als die Möglichkeiten von Flash die Interfaces von Webseiten zu spannenden und neuen Formen ermöglichte, sind mittlerweile in das Gegenteil gewandelt. Eine möglichst besondere Darstellung im Internet zu besitzen ist mittlerweile obsolet, es lebe der uniforme Web 2.0 Auftritt um darzustellen, dass man die  Innovation der letzten Jahre nicht verpasst hat.
Da sich also recht viele Dienste dieser Ästhetik bedienen wollte ich mich direkt von dieser distanzieren. Zum einen sollte die subversive Komponente in dem Markieren von Internetseiten und dem direkten Versuch einer Firma wie Google ernsthaft zu gefährden, Rechnung tragen. Zum anderen setze ich bewusst durch die konsequente Missachtung der Web 2.0 Ästhetik eine Abgrenzung.
Aber eine Suchmaschine muss neben dem ästethischen Moment einer wichtigen Anforderungen entsprechen: Sie muss leicht zu bedienen sein. Wenn man sich die Zeiten vor Google vergegenwärtigt, gab es zwingende Gründe, warum Google so erfolgreich wurde. Dieser Suchdienst war gegenüber den vielen anderen Suchmaschinen nicht mit Werbung überladen, er wirkte sauber/clean und auf das nötigste reduziert. Um das ganze auf die Spitze zu treiben versuchte ich Google in diesem Punkt zu übertreffen: Es gibt kein Logo (bzw. ein nur sehr dezent gesetztes, welches man kaum wahrnehmen kann), es gibt keinen Button der die Suche abschließt und es gibt im konventionellen Sinne kein Texteingabefeld. Das einzige, was der Besucher auf der Seite sieht, ist ein in klaren Lettern stehendes CLICK HERE.

Dies ist die erste Besonderheit, denn dies ist zugleich das Suchfeld, in dem der User seinen Suchbegriff eingeben kann und mit Enter bestätigt. Der User kann während der Eingabe auf Vorschläge der populärsten Suchbegriffe reagieren und diese übernehmen, sonst zeigen sich nach der Eingabe die oben genannten Tagvorschläge.

Diese sind semantisch von einander getrennt. Dies ist möglich, da die Deskriptoren sich von einander logisch unterscheiden. So werden die Tags in so genannte Cluster zusammengefasst und gebündelt. Die Quantität der genannten Tags wird visualisiert, in dem die häufigsten am Größten sind; die Tags am häufig zusammen genannte wurden erscheinen näher als andere. Da es zu jedem Suchbegriff selbst in einem logische Cluster aber recht viele Tags geben kann, würde dies die Grenzen des Darstellbaren sprengen und die Übersichtlichkeit würde darunter leiden. Deshalb signalisiert ein eingefasstes plus Zeichen an dem Haupttag, dass es mehr Tags gibt, als dargestellt wurden. Wird dieses Plus zeichen geklickt, drehen sich die Tags des Clusters und es erscheint eine Liste, welche die restlichen Tags zeigt.

Das Bedienungskonzept:

Die ganze Tagthat Seite ist frei von Button Metaphorik. Während meiner Recherche stieß ich unter anderem auf den iPod, der den Siegeszug der mp3 Player gerade durch seine einfache Bedienung ermöglichte. Wenn man sich den iPod von Apple genauer betrachtet, ist auffällig, dass ein derart erfolgreicher MP3 Player von einer Firma die durch die grafische Benutzeroberfläche bekannt geworden ist gänzlich auf Icons und Buttons verzichtet. Dabei ist neben dem Eingabegerät (dem Clickwheel) natürlich die rein textliche Darstellung hervorzuheben. Diese Komponente reizte mich derart, dass ich mich gegen Buttons entschied, um dem User das Gefühlt zu vermitteln, das dieser Suchdienst etwas besonderes ist, der sich den üblichen Webkonventionen entzieht und als Suchmaschine grafisch außerhalb des Netzes sich aufhält.

Der Tagger:

Ein großes Element des Dienstes ist der tagger. Es ist eine art Informationszentrum, in dem der registrierte User erkennen kann, ob die Internetseite, die er gerade aufsucht schon getagt wurde, welche tags dafür schon benutzt wurden und ob Informationen und Diskussionen über diese Seite hinterlegt wurden (die Snippets, auf die ich später noch eingehen werde). Der tagger selbst ist ein freischwebendes Fenster, welches nur das Logo zeigt. Wenn man nun auf einer Tagwerten Seite sich befindet, kann man auf das Fenster klicken und erfährt über alles wichtige über den Seitenstatus.

Websuche:

Der Dienst tagthat geht einen völlig anderen gedanklichen Ansatz. Mithilfe von einer Folksonomie versuche ich, Webseiten zu bewerten und zu Hierarchisieren. Der Benutzer hält diesen Dienst am Leben und pflegt den Content (Webseiten) ein. So ist das Taggen von Internetseiten essentieller Natur und muss dem User so einfach wie möglich gemacht werden. Die Hierarchisierung der Suchergebnisse erfolgt über die Häufigkeit der Empfehlung der Benutzer.
Aber um das vorangegangen Spamming zu unterbinden müssen auch Sicherheitsaspekte beachtet werden, die ein Unterlaufen von Gewerblichen/Persönlichen Interessen unterbinden. So ist die erste Sicherheitsregel, dass die User nicht mehr als zehn Tags (Deskriptoren) für eine Webseite angeben kann.

Zweitens ist der User, für ihn nicht einsehbar, für zwei Wochen gesperrt und kann diese Webseite nicht erneut markieren. Wenn er in diesem Fall über das Maß (mehr als 20 Mal) hinaus versuchen sollte, die Webseite erneut zu Taggen, verlängert sich die Sperre automatisch auf weitere 14 Tage.

Ergebnisse:

Jeder registrierte User ist dazu angehalten, wenn er eine Webseite als Ergebnis einer Tagthat Suche besucht hat, diese zu bewerten. Damit erfolgt eine Plausibilitätskontrolle. Wenn also eine Webseite nicht zu der Suche gepasst habe sollte, kann der User dies zurückmelden.

So verliert die Seite ihr Gewicht im Suchergebnis Ranking. Dies ist der zweite Faktor, der auf die Hierarchie Einfluss im Suchergebnis nimmt. Dabei zählt die Userbewertung doppelt so viel wie die Anzahl der Markierungen. Der User kann aber auch eine positive Rückmeldung geben was wiederum einen höheren Rang in der Hierarchie in dem Suchergebnis darstellt. Der User wird wie oben schon beschrieben, wiederum für 14 Tage gesperrt und kann das Suchergenis ab seiner Stimmabgabe nicht weiter beeinflussen.

Das System:

Diese Sicherheitsregeln helfen meines Erachtens nicht, dass Tagthat vollkommen unangreifbar bleibt. Abgesehen davon, dass vollkommene Sicherheit nie zu gewährleisten ist, habe ich ein Userbewertungssystem erfunden, welches die Benutzer dazu veranlasst, die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. So ist es jedem registrierten Benutzer möglich, die abgegebenen Bewertungen jedes Benutzers zu betrachten. Ist nun der User der Meinung, dass die Bewertungen weise und richtig sind, kann er diese honorieren, indem er Punkte vergibt. Jeder User hat ein eingeschränktes Punktekonto, welches sich pro Monat erhöht. Ist der  Pool an Punkten erschöpf, kann der User keine  Punkte mehr vergeben. Außerdem greift die 14 Tage Sperre wiederum, dass User nicht invasiv andere User hochwerten können. Es gibt positive und negative Punkte, das bedeutet, dass User auch für die Vergabe von negativen Bewertungen Punkte verlieren. So ist also auch das massive Abwerten von anderen Benutzern ein Riegel vorgeschoben.

Wenn ein User nun als besonders gut bewertet wird, kann er als so genannter protagger agieren. Protagger haben bei der Bewertung (im positiven wie auch negativen) von Suchergebnis mehr Gewicht, als User, die schlechte Rankings bekommen haben.

Reize setzen…

Da ein Portal in dem Bewertungen über Internetseiten und Usern an der Tagesordnung sind, auch sozialen Austausch benötigen, müsste eine Diskussion über eine fragwürdige Internetseite prinzipiell möglich sein. Dies führt aber zu einem rechtlichen Problem: Wenn tagthat den Usern ein Forum anbieten würde, in welchem der Inhalt von Webseiten diskutiert werden würde, kann es durchaus sein, dass ein User Teile der Seite zitiert. Doch nach geltendem Recht ist dies nicht zulässig und kann zu Abmahnungen führen.

So kam ich auf die Idee, dass derartige Diskussionen über Internetseiten auf der jeweiligen Seite nur stattfinden können. So umgehe ich die rechtlichen Problematiken, denn selbst Zitate bleiben auf der jeweiligen Seite und sind somit nicht in irgendeinem Forum ausgelagert. Diese Diskussionen finden über Snippets statt, welche wie Postit Zettel gleich, auf den Seiten schweben. Diese können von den Usern selbst angeordent werden und sind nicht fixiert. Es gibt drei Arten von Snippets: ein positives, eine negatives und ein Freunde Snippet. Das Freunde Snippet greift darauf auf, das tagger sich befreunden können (dies ist in dem Profil möglich) und somit auf Internetseiten Kommunizieren können, ohne das es andere jemand wahrnehmen können. Denn nur Freunde können die jeweiligen Nachrichten des Anderen lesen.

Dies kann dazu führen, dass die Benutzung der Snippets Synergie Effekte auf die Benutzung von tagthat haben kann, da sie Kommunikation auf einer Ebene ermöglicht, die bisher nicht so bestand. So wäre es möglich, dass man jemandem einen Link von einem Video per eMail schickt und man dem anderen eine Nachricht auf der Seite hinterlässt. Außerdem ist durch die Ajax Programmierung eine Aktualisierung des Inhaltes möglich, ohne die Seite neu zu landen. Da bedeutet, dass Freunde eine chatähnliche Kommunikation auf einer Internetseite führen können. Snippets entsprechen auch direkt dem subversiven Charakter von tagthat, Seiten zu markieren.

und noch mehr: