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	<title>Pixelroom &#187; portfolio</title>
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		<title>KARPUKIEN &amp; DER REST DER WELT</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 21:10:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[portfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Buchobjekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Diplomprojekt: Experimentelles Buch im Buchobjekt. Ein fiktives Land bündelt alle surrealen Erignisse der Geschichte. Innenbuch im Spiritus Umdruckverfahren gedruckt, Aussenbuch gelasert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eine unvergessliche Sammlung von all jenem zusammengetragen, was die Menschheit zu vergessen geschworen hatte.</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-medium wp-image-214" title="flagge" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/flagge1-590x297.jpg" alt="flagge" width="590" height="297" /><br />
</em></p>
<p>Karpukien dient in meiner Diplom Arbeit als Sammelbecken sämtlicher Surrealitäten, die sich in der wirklichen Welt zugetragen haben. Von  Erfindungen (der rotierende Entbindungstisch), über Naturphänomene (der brennende Berg), medizinische Selbstversuche (elektroschocktherapie bei Klapperschlangenbissen) und gesellschaftliche Eigenheiten (Schmuck– oder auch Ziereremiten) wurden von mir über 60 Skurillitäten der Geschichte zusammengetragen. Diese sprach ich meinem fiktiven Land Karpukien zu und übersetzte diese in ihre Sprache. Dabei modifizierte ich die Begriffe und chiffrierte die Örtlichkeiten so weit, dass die Referenzen zur Realität verschwanden. Die entstandenen Geschichten bündelte ich in ein 94 seitiges Buch, welches ich in der Spirit Carbon Methode druckte. Diese fast vergessen Druckmethode ist sehr ungenau und gibt dem Druckwerk einen authentischen Charakter. Als Ausgangsbasis für die Schrift griff ich auf Arno Dreschers Super Grotesk zurück und modifizierte sie mit allerlei surrealem Beiwerk, um den Eindruck eines fremdländischen Buches noch zu erhöhen.</p>
<p><img title="gallery link=&quot;file&quot; columns=&quot;5&quot;" src="http://www.tag-that.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wpgallery/img/t.gif" alt="" /></p>
<p>Um die ganze Thematik dramaturgisch sinnvoll aufzuklären, ist das karpukische Buch wiederum in ein weiteres Buch hineingebunden. Dieses Buch dient als Schnittstelle zur Realität und erklärt die Bezüge zu der Wirklichkeit. Die Gestaltung sollte besonders kontrastierend zu dem eher rauh inszenierten Innenbuch sein. So wählte ich die Clearface Gothic, um einen seriösen Gegenspieler in das Buchobjekt zu setzen. Die Einzelseiten des Aussenbuches wurden ausgelasert.</p>

<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=214' title='flagge'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/flagge1-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="flagge" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=179' title='fertig_1'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/fertig_1-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="fertig_1" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=180' title='fertig_2'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/fertig_2-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="fertig_2" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=181' title='fertig_3'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/fertig_3-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="fertig_3" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=182' title='fertig_4'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/fertig_4-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="fertig_4" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=183' title='fertig_5'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/fertig_5-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="fertig_5" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=176' title='aussen_5'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/aussen_5-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="aussen_5" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=175' title='aussen_4'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/aussen_4-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="aussen_4" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=174' title='aussen_3'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/aussen_3-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="aussen_3" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=173' title='aussen_2'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/aussen_2-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="aussen_2" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=172' title='aussen_1'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/aussen_1-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="aussen_1" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=134' title='Innenbuch Cover'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_1-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Innenbuch Cover" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=135' title='Buchcover oben'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_1a-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Buchcover oben" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=136' title='Innenbuch Seitenanschnitt'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_1b-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Innenbuch Seitenanschnitt" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=137' title='Kapiteleinleitung'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_2-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Kapiteleinleitung" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=138' title='Kapitelstart'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_3-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Kapitelstart" /></a>
<a href='http://www.tag-that.com/?attachment_id=139' title='Innenseiten'><img width="310" height="150" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/innen_4-310x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="" title="Innenseiten" /></a>

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		<title>TAG THAT: EINE SUCHMASCHINE</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 23:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[portfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Webprojekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Konzeption einer alternativen Suchmaschine, die als soziales Netzwerk fungiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/logo_taggie.jpg" title="logo_taggie" rel="lightbox[218]"><img class="alignnone size-medium wp-image-245" title="logo_taggie" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/logo_taggie-590x279.jpg" alt="logo_taggie" width="590" height="279" /></a></p>
<p><strong>Das Prinzip einer Web 2.0 Suchmaschine</strong><br />
<em>Mithilfe von Editierbarkeit und einer Gemeinschaft eine Suchmaschine schaffen die <em>wie ein</em></em><em> soziales Netzwerk funktioniert<br />
</em></p>
<p>Wie kann so etwas heißen?</p>
<p>Der Suchdienst muss einen Namen haben, der einfach zu merken ist. Außerdem ist es sinnvoll, eine eventuelle Referenz bei den Usern zu dem Begriff etabliert zu haben. Über weitere Begriffe wie taggster, taggit, taggle, tagmeornot kam ich schließlich zu tagthat. Tagthat hat zum einen den Vorteil, dass es ein Äquivalent besitzt durch die in den Anfängen der 90ern bekannten Band Take That. So ist der Name tagthat den potentiellen Nutzern schon im Vorfeld ein Begriff. Dabei bezieht sich die Zusammenziehung aus tag und that zum einen auf den schon eingangs Beschriebenen Begriff des tags  (also ein Deskriptor) sowie einem zweiten Gegenstand (der Internetseite). Der appellative  Charakter des Namens, etwas zu Taggen (was die User für den Erhalt des Dienstes ständig tun sollen) verschärft spielerisch das Wesentliche: sich zu partizipieren, sich zu beteiligen, tagthat wachsen zu lassen.</p>
<p>Wie sieht tagthat aus?</p>
<p>Schließlich wählte ich ein Bild aus dem Tierreich, welches einerseits den subversiven Charakter pointiert wiedergibt, zum anderen sich einer recht rohen Bildsprache bedient. Ich wählte als Bildmarke einen Hund, der sein Bein zum urinieren hebt. Der Hund markiert (tagged) damit sein Territorium – andere Hunde können derartige Marken regelrecht lesen. Die Darstellung des Hundes ist scherenschnittartig, ich habe ihn als rein schwarze Fläche konstruiert.</p>
<p><strong>Die Internetseite:</strong></p>
<p>Wenn man sich die momentane Ästhetik im Internet betrachtet, gibt es deutlich Gemeinsamkeiten in verschiedenen Punkten:</p>
<p>1.    Glossy / Jelly Buttons<br />
2.    Polished Text<br />
3.    Wet floor effect</p>
<p>Diese Elemente sehen zusammen circa so aus:</p>
<p><a href="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/derfluch.jpg" title="derfluch" rel="lightbox[218]"><img class="alignnone size-medium wp-image-228" title="derfluch" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/derfluch-590x279.jpg" alt="derfluch" width="590" height="279" /></a></p>
<p>Wenn man sich die inhaltlichen Innovation des so genannten Web 2.0 anschaut, wirkt das visuelle Erscheinungsbild am Anfang interessant, die Abnutzung erfolgt recht schnell und nach Übersättigung erscheinen die meisten Internetseiten nur noch recht profan. Im Vergleich zu einer Zeit, als die Möglichkeiten von Flash die Interfaces von Webseiten zu spannenden und neuen Formen ermöglichte, sind mittlerweile in das Gegenteil gewandelt. Eine möglichst besondere Darstellung im Internet zu besitzen ist mittlerweile obsolet, es lebe der uniforme Web 2.0 Auftritt um darzustellen, dass man die  Innovation der letzten Jahre nicht verpasst hat.<br />
Da sich also recht viele Dienste dieser Ästhetik bedienen wollte ich mich direkt von dieser distanzieren. Zum einen sollte die subversive Komponente in dem Markieren von Internetseiten und dem direkten Versuch einer Firma wie Google ernsthaft zu gefährden, Rechnung tragen. Zum anderen setze ich bewusst durch die konsequente Missachtung der Web 2.0 Ästhetik eine Abgrenzung.<br />
Aber eine Suchmaschine muss neben dem ästethischen Moment einer wichtigen Anforderungen entsprechen: Sie muss leicht zu bedienen sein. Wenn man sich die Zeiten vor Google vergegenwärtigt, gab es zwingende Gründe, warum Google so erfolgreich wurde. Dieser Suchdienst war gegenüber den vielen anderen Suchmaschinen nicht mit Werbung überladen, er wirkte sauber/clean und auf das nötigste reduziert. Um das ganze auf die Spitze zu treiben versuchte ich Google in diesem Punkt zu übertreffen: Es gibt kein Logo (bzw. ein nur sehr dezent gesetztes, welches man kaum wahrnehmen kann), es gibt keinen Button der die Suche abschließt und es gibt im konventionellen Sinne kein Texteingabefeld. Das einzige, was der Besucher auf der Seite sieht, ist ein in klaren Lettern stehendes CLICK HERE.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="505" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/q6ikNyyM5uw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="505" src="http://www.youtube.com/v/q6ikNyyM5uw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Dies ist die erste Besonderheit, denn dies ist zugleich das Suchfeld, in dem der User seinen Suchbegriff eingeben kann und mit Enter bestätigt. Der User kann während der Eingabe auf Vorschläge der populärsten Suchbegriffe reagieren und diese übernehmen, sonst zeigen sich nach der Eingabe die oben genannten Tagvorschläge.</p>
<p>Diese sind semantisch von einander getrennt. Dies ist möglich, da die Deskriptoren sich von einander logisch unterscheiden. So werden die Tags in so genannte Cluster zusammengefasst und gebündelt. Die Quantität der genannten Tags wird visualisiert, in dem die häufigsten am Größten sind; die Tags am häufig zusammen genannte wurden erscheinen näher als andere. Da es zu jedem Suchbegriff selbst in einem logische Cluster aber recht viele Tags geben kann, würde dies die Grenzen des Darstellbaren sprengen und die Übersichtlichkeit würde darunter leiden. Deshalb signalisiert ein eingefasstes plus Zeichen an dem Haupttag, dass es mehr Tags gibt, als dargestellt wurden. Wird dieses Plus zeichen geklickt, drehen sich die Tags des Clusters und es erscheint eine Liste, welche die restlichen Tags zeigt.</p>
<p><strong>Das Bedienungskonzept:</strong></p>
<p>Die ganze Tagthat Seite ist frei von Button Metaphorik. Während meiner Recherche stieß ich unter anderem auf den iPod, der den Siegeszug der mp3 Player gerade durch seine einfache Bedienung ermöglichte. Wenn man sich den iPod von Apple genauer betrachtet, ist auffällig, dass ein derart erfolgreicher MP3 Player von einer Firma die durch die grafische Benutzeroberfläche bekannt geworden ist gänzlich auf Icons und Buttons verzichtet. Dabei ist neben dem Eingabegerät (dem Clickwheel) natürlich die rein textliche Darstellung hervorzuheben. Diese Komponente reizte mich derart, dass ich mich gegen Buttons entschied, um dem User das Gefühlt zu vermitteln, das dieser Suchdienst etwas besonderes ist, der sich den üblichen Webkonventionen entzieht und als Suchmaschine grafisch außerhalb des Netzes sich aufhält.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="505" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/pq45TpEq_4A&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="505" src="http://www.youtube.com/v/pq45TpEq_4A&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Der Tagger:</p>
<p>Ein großes Element des Dienstes ist der tagger. Es ist eine art Informationszentrum, in dem der registrierte User erkennen kann, ob die Internetseite, die er gerade aufsucht schon getagt wurde, welche tags dafür schon benutzt wurden und ob Informationen und Diskussionen über diese Seite hinterlegt wurden (die Snippets, auf die ich später noch eingehen werde). Der tagger selbst ist ein freischwebendes Fenster, welches nur das Logo zeigt. Wenn man nun auf einer Tagwerten Seite sich befindet, kann man auf das Fenster klicken und erfährt über alles wichtige über den Seitenstatus.</p>
<p><strong>Websuche:</strong></p>
<p>Der Dienst tagthat geht einen völlig anderen gedanklichen Ansatz. Mithilfe von einer Folksonomie versuche ich, Webseiten zu bewerten und zu Hierarchisieren. Der Benutzer hält diesen Dienst am Leben und pflegt den Content (Webseiten) ein. So ist das Taggen von Internetseiten essentieller Natur und muss dem User so einfach wie möglich gemacht werden. Die Hierarchisierung der Suchergebnisse erfolgt über die Häufigkeit der Empfehlung der Benutzer.<br />
Aber um das vorangegangen Spamming zu unterbinden müssen auch Sicherheitsaspekte beachtet werden, die ein Unterlaufen von Gewerblichen/Persönlichen Interessen unterbinden. So ist die erste Sicherheitsregel, dass die User nicht mehr als zehn Tags (Deskriptoren) für eine Webseite angeben kann.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="505" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/voJjgBTtimA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="505" src="http://www.youtube.com/v/voJjgBTtimA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Zweitens ist der User, für ihn nicht einsehbar, für zwei Wochen gesperrt und kann diese Webseite nicht erneut markieren. Wenn er in diesem Fall über das Maß (mehr als 20 Mal) hinaus versuchen sollte, die Webseite erneut zu Taggen, verlängert sich die Sperre automatisch auf weitere 14 Tage.</p>
<p>Ergebnisse:</p>
<p>Jeder registrierte User ist dazu angehalten, wenn er eine Webseite als Ergebnis einer Tagthat Suche besucht hat, diese zu bewerten. Damit erfolgt eine Plausibilitätskontrolle. Wenn also eine Webseite nicht zu der Suche gepasst habe sollte, kann der User dies zurückmelden.</p>
<p>So verliert die Seite ihr Gewicht im Suchergebnis Ranking. Dies ist der zweite Faktor, der auf die Hierarchie Einfluss im Suchergebnis nimmt. Dabei zählt die Userbewertung doppelt so viel wie die Anzahl der Markierungen. Der User kann aber auch eine positive Rückmeldung geben was wiederum einen höheren Rang in der Hierarchie in dem Suchergebnis darstellt. Der User wird wie oben schon beschrieben, wiederum für 14 Tage gesperrt und kann das Suchergenis ab seiner Stimmabgabe nicht weiter beeinflussen.</p>
<p>Das System:</p>
<p>Diese Sicherheitsregeln helfen meines Erachtens nicht, dass Tagthat vollkommen unangreifbar bleibt. Abgesehen davon, dass vollkommene Sicherheit nie zu gewährleisten ist, habe ich ein Userbewertungssystem erfunden, welches die Benutzer dazu veranlasst, die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. So ist es jedem registrierten Benutzer möglich, die abgegebenen Bewertungen jedes Benutzers zu betrachten. Ist nun der User der Meinung, dass die Bewertungen weise und richtig sind, kann er diese honorieren, indem er Punkte vergibt. Jeder User hat ein eingeschränktes Punktekonto, welches sich pro Monat erhöht. Ist der  Pool an Punkten erschöpf, kann der User keine  Punkte mehr vergeben. Außerdem greift die 14 Tage Sperre wiederum, dass User nicht invasiv andere User hochwerten können. Es gibt positive und negative Punkte, das bedeutet, dass User auch für die Vergabe von negativen Bewertungen Punkte verlieren. So ist also auch das massive Abwerten von anderen Benutzern ein Riegel vorgeschoben.</p>
<p>Wenn ein User nun als besonders gut bewertet wird, kann er als so genannter protagger agieren. Protagger haben bei der Bewertung (im positiven wie auch negativen) von Suchergebnis mehr Gewicht, als User, die schlechte Rankings bekommen haben.</p>
<p><strong>Reize setzen…</strong></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="505" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/64_sSptTQtU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="505" src="http://www.youtube.com/v/64_sSptTQtU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Da ein Portal in dem Bewertungen über Internetseiten und Usern an der Tagesordnung sind, auch sozialen Austausch benötigen, müsste eine Diskussion über eine fragwürdige Internetseite prinzipiell möglich sein. Dies führt aber zu einem rechtlichen Problem: Wenn tagthat den Usern ein Forum anbieten würde, in welchem der Inhalt von Webseiten diskutiert werden würde, kann es durchaus sein, dass ein User Teile der Seite zitiert. Doch nach geltendem Recht ist dies nicht zulässig und kann zu Abmahnungen führen.</p>
<p>So kam ich auf die Idee, dass derartige Diskussionen über Internetseiten auf der jeweiligen Seite nur stattfinden können. So umgehe ich die rechtlichen Problematiken, denn selbst Zitate bleiben auf der jeweiligen Seite und sind somit nicht in irgendeinem Forum ausgelagert. Diese Diskussionen finden über Snippets statt, welche wie Postit Zettel gleich, auf den Seiten schweben. Diese können von den Usern selbst angeordent werden und sind nicht fixiert. Es gibt drei Arten von Snippets: ein positives, eine negatives und ein Freunde Snippet. Das Freunde Snippet greift darauf auf, das tagger sich befreunden können (dies ist in dem Profil möglich) und somit auf Internetseiten Kommunizieren können, ohne das es andere jemand wahrnehmen können. Denn nur Freunde können die jeweiligen Nachrichten des Anderen lesen.</p>
<p>Dies kann dazu führen, dass die Benutzung der Snippets Synergie Effekte auf die Benutzung von tagthat haben kann, da sie Kommunikation auf einer Ebene ermöglicht, die bisher nicht so bestand. So wäre es möglich, dass man jemandem einen Link von einem Video per eMail schickt und man dem anderen eine Nachricht auf der Seite hinterlässt. Außerdem ist durch die Ajax Programmierung eine Aktualisierung des Inhaltes möglich, ohne die Seite neu zu landen. Da bedeutet, dass Freunde eine chatähnliche Kommunikation auf einer Internetseite führen können. Snippets entsprechen auch direkt dem subversiven Charakter von tagthat, Seiten zu markieren.</p>
<p><strong>und noch mehr:</strong></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="505" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/xtlkx9QndYI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="505" src="http://www.youtube.com/v/xtlkx9QndYI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>DIE IURIE: EINE NEUE WELTRELIGION</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 01:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[portfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Buchobjekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine als komplizierter Scherz getarnte Religion… oder ein als Religion getarnter komplizierter Scherz]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Religion ist ein gut getarnter, komplizierter Witz.</strong><br />
<a href="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/06/desk.jpg" title="desk" rel="lightbox[267]"><img class="alignnone size-medium wp-image-273" title="desk" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/06/desk-590x368.jpg" alt="desk" width="590" height="368" /></a><br />
Nach dem 9/11 schien die Welt nicht mehr so zu sein, wie sie vorher war. Die Medien fragten nach den Attentätern, Politiker diskutierten und es wurden Schuldige gefunden. Die Ursachenforschung für die Auslöser und die Faktoren, jemanden dazu zu bewegen, sich umzubringen wurden aber außer acht gelassen und auf einen einfachen Nenner gebracht: es waren Moslems. An dieser Stelle der Geschichte hätte es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem omnipräsenten Problem des Extremismus (unter der jede Gesellschaft leidet) geben können. Doch es wurde ein anderer Weg gewählt…<br />
Die neue Weltordnung unterscheidet fortan zwischen Christen und Moslems, die neuen Feindbilder sind geprägt. Die vorangegangene Säkularisierung  unserer Gesellschaft ist vergessen, das Rad der Geschichte ist zurückgedreht worden. Um diese einfache Kriegsrhetorische Formel reicher schüren die Medien die Ängste vor bewaffneten Moslems, die uns ihren Glauben aufzwingen wollen. Ultrachristliche Organisationen gewinnen in Deutschland immer mehr Boden und Einfluss und pflanzen sich tief in unsere gesellschaftlichen Instanzen. In einigen amerikanischen Staaten ist die »Evolutionstheorie«, schon aus den Schulplänen verbannt und das Neokreationistische »Intelligent Design*« hält dort Einzug.</p>
<p><strong>Reizt mich nicht.</strong><br />
Um mich der Materie anzunähern, recherchierte ich in verschiedensten Richtungen. Ich verglich verschiedene Weltreligionen, ihre Zeichen und ihre Inhalte und kam auf den Schluss, dass ich in Anlehnung einer gewissen psychologischen Logik mich dem Thema nur nähern konnte. Ich fand einen Aufsatz über formal Logikfehler und hatte das Gefühl, dass aus genau so einem Logikfehler eine/alle Religion entstammen könnten. Das sogenannte cum hoc ergo propter hoc (lat. „damit, also deswegen“) bezeichnet einen logischen Fehler, bei dem zwei gemeinsam auftretende Ereignisse als Ursache und Wirkung erklärt werden. Als Beispiel wäre da ein Blitzeinschlag und eine schlechte Ernte zu nennen. Der Schließende begeht dabei zum einen den Fehler, ohne genauere Prüfung einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen zu unterstellen, zum anderen definiert er willkürlich Ursache und Wirkung.<br />
Eine als stabil erscheinende Korrelation zwischen zwei Ereignissen bietet grundsätzlich einen Anlass für die Suche nach einem etwaigen Zusammenhang, aber sie stellt für sich genommen noch keinen Beweis für diesen Zusammenhang dar und legt auch nicht fest, welches der Ereignisse die Ursache und welches die Wirkung ist. Ein Beispiel dafür wäre folgendes, welches leicht zu hinterfragen ist. Dass in Europa die Zahl der Störche seit Jahrzehnten abnimmt sowie die Geburten bei Menschen ebenso, ist kein Beleg dafür, dass der Storch die Babys bringt, sondern ein Beleg für den wachsenden Wohlstand in Europa. Andere Behauptungen erscheinen einem am Anfang eher logisch, sind aber reine logische Fehler: Alle Amokläufer, die durch Schulen gerannt sind und Menschen umgebracht haben, spielten zu Hause sogenannte Egoshooter (in der aktuellen politischen Diskussion auch Killerspiele genannt) – also machen Egoshooter aus Kindern gewaltbereite Amokläufer. Oder: Heroinabhängige haben vor ihrer Abhängigkeit leichte Drogen wie Marihuana genommen – deshalb sind diese Drogen Einstiegsdrogen. Es ist aber schlichtweg falsch anzunehmen, dass dies wirkliche Gründe sind.<br />
Nach diesem Leitsatz wollte ich meine Religion konstruieren, nur musste ich einen geeigneten Fehlschluss finden. Nach einiger Zeit stieß ich auf eine Grafik mit der Temperaturkurve der letzten eintausend Jahren. Und bei einem Vergleich mit anderen historischen Daten fand ich signifikante Übereinstimmungen in dem Abfallen der Temperaturkurve und bewegenden Momenten der Menschheitsgeschichte. So gab es große Abkühlungen während Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Wenn also die Temperatur abfällt und daraus größtes menschliches Leid folgt ist die Kälte als ein Strafe zu verstehen. Außerdem viel mir noch auf, dass diese Strafen teilweise auf Errungenschaften folgten, die mit Kälte etwas zu tun hatten. So folgte direkt nach der Entwicklung des Speiseeis der Vietnamkrieg. Da ich konzeptionell davon ausging, eine Weltreligion zu konstruieren, gab dies mir die Möglichkeit, die gesamte Menschheitsgeschichte einzuschließen ohne auf das Christentum zurückzugreifen. Außerdem wurde mir dadurch das Leitmotiv der Religion gegeben: die Wärme. Ich trennte die Iurie in zwei Teile, einem reinen Textteil und einem weiteren, der Mithilfe der Temperaturkurve die Gott auf Erden beweist: Das Testimonium. Dieser weitere Teil soll als Supplementband separat von der Iurie stehen und immer auf dem aktuellsten Stand sein. Als Format für die Bibel nahm griff ich auf die Babylonische Zahlenmystik zurück, die sich aus der Übersetzung des Begriffes Wärme in das Hebräische ergab: 400 mm x 240 mm. Auch der Satzspiegel ist orientiert sich an der Zahlenmystik. Durch diese Voraussetzungen konnte ich mich meiner Bibel (die Iurie / Lat. die Wahrheit) annähern. Ich versuchte sprachlich die Iurie an die Bibel anzulehnen, da sie meines Erachtens aus dieser Zeit stammen müsste und sie sich ähnlicher, sprachlicher Mittel bedienen müsse. Außerdem gibt es an verschieden Stellen der Iurie kleinere Referenzen an die Bibel wie das rechte Beispiel zeigt: Vers 23 beginnt mit »Ich durchwanderte das kälteste Tal…«. In Psalm 23 der Bibel heißt es: »Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal…« Ich hielt mich dabei konzeptionell immer eng an meinen Vorgaben der Wärme/Kälte Metaphorik.<br />
<strong><br />
Ein Zeichen des Glaubens. Und die Namen. Und die Spiele, die man damit machen kann.</strong><br />
Nun fehlte mir noch ein Zeichen des Glaubens. Dieses Zeichen sollte auf der einen Seite den anderen Weltreligionen in nichts nachstehen und trotzdem eigen sein. Ich wählte das Zeichen, was man links sehen kann. Es ist ein Symbol für die Erde und die aufgehende Sonne, für das Omega (das Ende), für einen kapuzetragenen Menschen den ein Schneeball nichts anhaben kann… oder einfach ein auf die Seite gekipptes Grad Celsius. Dies stellt auch wieder eine Referenz dar, denn im Rückschluss ist das Zeichen für Grad Celsius nur die Typografische Umwandlung des Zeichens meiner Religion.<br />
Ähnlich verfuhr ich in den Bennungen einiger Protagonisten meiner Bibel: so gibt es dort ein Mädchen, welches intuitiv mit der Wärme eins ist. Ihr Name ist Miele. Im Umkehrschluss hat sich der Ofenhersteller Miele eben nach dieser Figur aus der Iurie benannt. Meine Überlegung war dahinter, dass sich Firmen wie Nike auch nach Göttern oder mythologischen Motiven benannt haben und immer bennen. Da meine Religion also als erstes steht, haben sich diese Firmen nach der Iurie benannt. Alle bösen Gegenspieler tragen übrigens Namen von Eisdielen in Braunschweig und Umgebung.</p>
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		<title>LAURENT MERLOT: DER BERG ZAGT</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 08:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Buchobjekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein fiktiver Entdeckungsreisender auf einer phantastischen Reise in ein seltsames Land.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Prinzip „Entdeckungsreisender“</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-216" title="5-Kegelbahn" src="http://www.tag-that.com/wp-content/uploads/2009/09/5-Kegelbahn1-590x393.jpg" alt="5-Kegelbahn" width="590" height="393" /></p>
<p>James Cook, Alexander von Humboldt, David Livingstone, Roald Amundsen – die Liste der großen Entdeckungsreisenden könnte beliebig verlängert werden. Alle suchten sie die Weite, das Unerforschte und definierten damit immer wieder neu die Grenzen der von Menschen berührten Zonen auf dem Globus.</p>
<p>Es gibt unzählige Geschichten über aufregende Expeditionen, die den Leser in ein vollkommen fremde, surreale Länder führen – allerdings wandelte sich aber die Darstellung dieser Reisen mit der Einführung des Medienzeitalters: Die neu gewonnen Möglichkeiten der filmischen Dokumentation verschärften die Selbstdarstellung hin zu annähernd grotesken Soloauftritten. Heute wird auf alle verfügbaren Vermarktungsstrategien zurückgegriffen. Wenn Reinhold Messner einen 7000er ohne Sauerstoffgerät besteigt, dann ist mindestens eine Kamera dabei, damit dieses erhebende Ereignis später fotografisch in ein Buch oder wenigstens einen Diavortrag eingehen kann. Ein Filmteam hält die wichtigsten Szenen auf Band fest, um sie später in Form einer interaktiven DVD zu verkaufen. Später hält Messner Motivationsvorträge über Risikomanagement für Unternehmen („Der Berg ist das Vorhaben“) und auf seiner Internetseite wirbt er für sein eigenes Weingut in Agricola Unterortl. – Das ist kein Scherz sondern bittere Wahrheit&#8230;</p>
<p>Üblicherweise gründet der moderne Entdeckungsreisende noch eine „Gesellschaft zur Erhaltung von X“. X ist die Variable für Ort oder Medium, welcher bzw. welches ihm zur Berühmtheit verholfen hat. Zu nennen ist hier an erster Stelle der grandiose Jacques-Yves Cousteau, Tierfilmer und rotbemützter Tiefseetaucher, der in meiner Kindheit für außergewöhnliche Dokumentationen stand. Meine Recherche über Entdeckungsreisende führte mich zu seiner „Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere“. Hier scheint die Komplexität der Inszenierung ein besonderes Ausmaß erreicht zu haben: Cousteau selbst hat ein Logo, eine einheitliche Farbgebung in sämtlichen Publikationen und selbst seine Mitarbeiter tragen die gleiche rote Mütze wie er. Er wird Präsident der „Französischen ozeanografischen Gesellschaft“ und Leiter des „Ozeanographischen Instituts von Monaco“. Dass eben dieses Institut von Monaco kurz nach seinem Tod durch einen Wasserwechsel der Aquarien, den Ausgangspunkt bildet für eine weltweite Algenpest, die das Leben in ganzen Weltmeeren bedroht, ist folgenschwere Ironie des Schicksals.</p>
<p>Dieser Thematik, mit ihren tragikkomischen Elementen, wollte ich mich im Rahmen einer fiktiven Geschichte annähern. Da für mich aber der Rückgriff auf bestehendes Textmaterial außer Frage stand, erfand ich kurzerhand selbst die Geschichte eines Entdeckungsreisenden. Nach längeren Überlegungen legte ich mich auf meinen Protagonisten Laurent Merlot fest, einen einst erfolgreichen Entdeckungsreisenden der Berge, welcher auf unbeholfene Art große Entdecker imitiert und sich gekonnt ihrer Vermarktungsstrategien bedient: So ist er Autor und Verleger seiner Bücher – natürlich in liebevoller Kleinstauflage gedruckt, bekleidet den Leitungsposten seines Instituts – welches gleichzeitig sein Wohnhaus ist und betreibt ständig Eigenwerbung in seinen Büchern. Ich traf die Entscheidung, dem Textanteil des Buches einen großen Bildanteil gegenüberstellen, welcher die Authentizität der Geschichte aus der Sicht Merlots untermauern, sie für den Leser jedoch ironisch brechen sollte.</p>
<p>Schon zu Beginn meiner Arbeit stand für mich fest, dass ich lediglich mit einem Fotomodell arbeiten würde. Dieses sollte dann alle Personen im Bild verkörpern. Farbige Pudelmützen, unterschiedliche Schneebrillen, Rucksäcken und diverse Utensilien ermöglichten mir, die verschiedenen Charaktere für den Betrachter unterscheidbar zu machen und gleichzeitig Verwirrung zu stiften. Die Beschaffung der Gegenstände für eine halbwegs glaubwürdige Expeditionsausrüstung erwies sich als schwierig und zeitintensiv. Da ich die Geschichte auf 1964 datieren wollte, mussten die Ausstattungsgegenstände an diese Zeit erinnern. Ebay-Auktionen ermöglichten mir, die benötigten Gegenstände zu einem halbwegs vertretbaren Preis zu ersteigern. Danach fertigte ich die im Rahmen der Handlung zu entdeckenden Tiere an: Zwei Tölpelpinguine aus Pappmaschee und einen Burang Burang Krebs aus Fimo. Bei der Anfertigung musste ich bereits die Körperhaltung der Tiere an die für das Foto geplante Situation anpassen. Durch den Kauf eines Expeditionszeltes legte ich die Farben für das Logo und alle kommenden Anschaffungen fest. Ich wählte eine für die Zeit typische Farbkombination aus orange, braun und weiß.</p>
<p>Bei Materialauswahl, Logokonzept und Anlage der Geschichte war ich trotz aller Surrealität  mindestens um den Schein von Authentizität bemüht. Diesen Schein entschied ich durch die Bildästhetik digitaler Fotografie wissentlich zu brechen und zwar aus zwei Gründen: Zum einen wollte ich mit der digitalen Fotografie ein Spannungsfeld aufbauen, welches die Authentizität der Geschichte im generell Dargestellten untermauert, im Detail jedoch widerlegt. Zum anderen ist der Entwicklungsprozess erheblich verkürzt und ermöglicht eine schnelle digitale Nachbearbeitung bei gleichzeitiger Reduktion der Kosten.
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</p>
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